Tagesablauf

09:30 - 09:45 Gemeinsames Treffen, Vorstellungsrunde, Tagesablauf

09:45 - 10:30 V ortrag: Dirigieren als musikalische Vermittlung

10:30 - 10:50 Kaffeepause

10:50 - 11:00 Praxis: Einsingen

11:00 - 12:30 Praxis: Dirigieren

12:30 - 13:30 Mittagspause

13:30 - 15:00 Praxis: Dirigieren

15:00 - 15:20 Teepause

15:20 - 17:15 Praxis: Dirigieren

17:15 - 17:30 Fragenrunde + Verabschiedung (inklusive Selfies)

Verständnis des Dirigierens

 

  • musikalische Vermittlung

- man sollte sich die Frage stellen: warum und wo braucht es musikalische Leitung?

  • Kommunikation

- kommunizieren, ohne viel zu reden; kommunizieren mittels einer klaren Gestik

  • Koordination

- die Fähigkeit, sich auf mehrere Ebenen gleichzeitig und unabhängig voneinander zu

konzentrieren, sowohl in Bewegung, im Denken sowie in der Sprache.

  • Klangvorstellung

- die wichtigste Voraussetzung zum Dirigieren ist die Klangvorstellung: wie es klingen soll,

was man musikalisch zu sagen hat.

  • Führung innerhalb eines musikalischen Prozesses

- wann lässt man den Sänger:innen Freiheit, wo braucht es einen klaren Impuls oder eine

deutliche Führung.

- wie man sich zwischen mehreren Möglichkeiten entscheidet, ist stark abhängig von der

Klangvorstellung.

Technische Grundlagen

 

  • Schlagtechnik

- unterschiedliche Taktarten

- Tempo beschleunigen und verlangsamen

  • Auftakte und Tempobestimmung

- unterschiedliche Auftakte

- atmen

- das Tempo giusto: was ist das und wo findet man das

- Rezitative dirigieren

  • Einsätze

- unterschiedliche Einsätze, wo und wann sind sie wichtig

- aktive und inaktive Schläge.

- die Art und Weise, Töne am Anfang anzugeben.

  • Dynamik

- die Fähigkeit, unterschiedliche Dynamik in die Schlagtechnik zu integrieren

- Kenntnis über die Funktion und Benutzung der 'linken' Hand

  • Phrasierung und Artikulation

- wie zeigt man eine bestimmte Artikulation oder zeichnet man eine Phrase mit dem Schlag,

und wie macht man das mit der 'linken' Hand

  • Körpersprache

- das Bewusstsein der Körpersprache, welche Reaktionen sie auslöst.

- mit der Haltung oder Bewegung die Energie verändern. Oft: less is more.

- was strahlt eine bestimmte Haltung aus

Musikalische Voraussetzungen

 

  • Gehörbildung

- nicht nur das Treffen des richtigen Tons, sondern auch das Hören von zum Beispiel Balance

zwischen oder innerhalb von Stimmengruppen, Klangfarbe, einheitlichem Chorklang und

Intonation ist wichtig.

  • Partitur-Studium

- das Lesen einer Partitur, und die Einrichtung der Partitur für Benutzung in der Praxis,

- einheitliche Ausgabe, übereinstimmende Taktzahlen oder Probenzeichen, Klarheit bei

Wiederholungen.

  • Formanalyse

- der Aufbau der Musik, z.B.: Liedform, Rezitativ (secco oder accompagnato)

- Taktanalyse innerhalb der Form.

  • Stilbewusstsein

- die Entscheidung, ein Musikwerk der Klassik historisch informiert zu interpretieren – oder

eben nicht.

- die Ausführung der Ornamentik (z.B. Triller von der Hauptnote oder von oben, Vorschlag

vor oder auf die Zahl)

  • rhythmische und harmonische Struktur

- die Fähigkeit, die Mehrstimmigkeit, den harmonischen Verlauf, die unterschiedlichen

Rhythmen (tanzbezogen, oder freie Rhythmik) in einer Partitur zu erkennen.

- Tempoverhältnisse bei Übergängen. (siehe auch unter 2. Tempo giusto)

Probenarbeit

 

  • Zeitmanagement

- die richtige Anzahl Proben disponieren

- Zielsetzung für die Probe

- Problemlösung, wenn das Werk länger ist als die Dauer der Probe

  • Aufmerksamkeit

- wie lange und intensiv an einer Stelle gearbeitet wird, darf die Aufmerksamkeit nicht

mindern.

- Gespür wie lange man etwas mit einer kleinen Gruppe ausarbeitet

- welche Solisten oder Instrumente sind wann beteiligt

  • Prioritätensetzung

- wenn eine Stelle nicht funktioniert (weil sie schwierig ist, nicht verstanden wird, oder weil

die musikalische Vorstellung der Leitung nicht nachvollzogen wird), probt man weiter, oder

lässt man sie (vorübergehend oder definitiv) in Ruhe.

- das Ziel der Probe nicht aus dem Auge zu verlieren: Leseprobe, Arbeitsprobe, Generalprobe,

Durchlauf mit oder ohne Korrektur.

  • Klangvorstellung versus Realität:

- sich die Frage stellen: entspricht das, was ich höre, meiner Vorstellung?

- und die Folgefrage: das, was ich höre, verändert das meiner Vorstellung?

- Umgang mit musikalischer Freiheit der Sänger:innen in einer Solo-Passage.

  • Flexibilität

- die Fähigkeit, eine vorgenommene Idee aufzugeben, wenn sich die Umstände verändert

haben: ein:e Solist:in ist nicht anwesend, Krankheit in den Stimmengruppen, oder im

Orchester, Verspätung, fehlendes Notenmaterial und so weiter.

- Der Plan-B

  • Das Proben einzelner problematischer Fragmente

- den eigentlichen Knoten finden und entwirren (eventuell mittels Übungen)

- Die Gefahr der bloßen Wiederholung.

Gruppenleitung und Kommunikation

 

  • unterschiedliche Persönlichkeitstypen

- sensibel, intuitiv, rationell, träumerisch, energisch, geduldig, ungeduldig, interessiert,

nonchalant und so weiter)

- Umgang mit unterschiedlichen Emotionen innerhalb einer Gruppe

  • Konfliktmanagement

- Stellungnahme in Konfliktsituation. Konflikte respektvoll und souverän angehen

  • Souveränität

- Umgang mit Verantwortung innerhalb einer Leitungsfunktion.

- die Fähigkeit, auch in schwierigen oder unvorhergesehenen Situationen souverän zu agieren.

- sich selbst zu bleiben, wenn man selbst Fehler macht. Verletzbarkeit zeigt Stärke.

Repertoire

Auswahl aus den Gesängen (Reger) und Chorfragmenten (Purcell): TBD

Max Reger: Vier Kirchengesänge WoO VI/20

1. Treuer Heiland

2. Gehe in deine Kammer

3. Lass mich dein sein und bleiben

4. Tretet her zum Tisch des Herrn

Henry Purcell: Dido & Æneas

1. Cupid only throws the dart

2. To the hills and the vales

3. Thanks to these lonesome vales

4. Destruction's our delight

5. With drooping wings ye Cupids come

Gabriel Fauré: Cantique de Jean Racine, Opus 1

George Gershwin: Somebody loves me (a cappella)